Waris Dirie Foundation

Nigerianische Senatorin: FGM „überholt und unnötig“ und trägt zur Verbreitung von HIV bei

Die Nigerianische Senatorin und frühere Gesundheitskommissarin Iyabo Obasanjo Bello hat sich im Rahmen eines Seminars zu Frauenrechten, häuslicher Gewalt und weiblicher Genitalverstümmelung in Abuja, Nigeria gegen diese Praxis ausgesprochen.

Sie bezeichnete FGM als „überholt und unnötig“ und die Rechtfertigungen derer, die FGM durchführen (wie die Vorbeugung von Promiskuität, aus Gründen der Reinlichkeit, um die Jungfräulichkeit sicherzustellen oder sogar um Krankheiten zu heilen) als „unlogisch“.

Außerdem, so die Senatorin, trage weibliche Genitalverstümmelung zu der Verbreitung von HIV und Aids in Nigeria bei, da die Operation normalerweise mit nicht sterilen Instrumenten und oft an ganzen Gruppen von Mädchen vorgenommen werde.

Obasanjo Bello forderte, dass sie Vorbeugung von FGM durch Bildung und Aufklärung ein Teil der grundsätzlichen Gesundheitsversorgung in Nigeria werden müsse.

Quelle: All Africa

Menschenrechtsaktivistin fordert Dialog über Sexualität in Indonesien

Nursyahbani Katjasungkana, früheres Mitglied des Parlaments und Menschenrechtsaktivistin hat eine Initiative ins Leben gerufen, die einen Dialog über Sexualität, Menschen- und Frauenrechte in Indonesien ermöglichen soll.

Sex und Sexualität sind in der indonesischen Öffentlichkeit noch immer ein absolutes Tabuthema. Dies muss sich dringend ändern, so Katjasungkana, denn „bei einer Diskussion über Sexualität geht es nicht nur um Sex. Sexualität hat einen großen Einfluss darauf, wie Menschen miteinander umgehen. Der Versuch, Frauen zu kontrollieren und zu unterdrücken hat seinen Ursprung in der Angst vor der weiblichen Sexualität“.

Nursyahbani Katjasungkana wurde als Baby genitalverstümmelt und ließ auch ihre eigene Tochter im Alter von sechs Monaten in einem Krankenhaus verstümmeln. „Das erste Mal das mir die Unterdrückung der weiblichen Sexualität bewusst wurde, war bei der Verstümmelung meiner eigenen Tochter“, erinnert sich Katjasungkana, die es heute tief bereut der Beschneidung ihrer Tochter zugestimmt zu haben.

Die Waris Dirie Foundation erhält regelmäßig Nachrichten von indonesischen Ärzten, die berichteten, wie weit weibliche Genitalverstümmelung in Indonesien, dem größten muslimischen Land der Welt, verbreitet ist. Nursyahbani Katjasungkana hat eine sehr wichtige Botschaft: weibliche Genitalverstümmelung ist Teil eines Systems, das Frauen unterdrückt und abwertet, basierend auf einer unbegründeten Angst vor weiblicher Sexualität. Es ist sehr wichtig, offen über Sexualität und über solche Ängste zu sprechen um Praktiken wie FGM und die Unterdrückung von Frauen in einer Gesellschaft überwinden zu können.“ – Waris Dirie

Quelle: The Jakarta Post

National Geographic bringt Wüstenblume in die amerikanischen Kinos

Der amerikanische Filmverleih National Geographic Cinema Ventures hat die Rechte an dem Film „Wüstenblume“ für den amerikanischen Markt erworben.

„Wir freuen uns sehr, Wüstenblume in die amerikanischen Kinos zu bringen. Wir möchten mistreißende Geschichten über die Welt in der wir leben präsentieren, und die Geschichte dieser wunderschönen Frau, Waris Dirie, und ihre Fähigkeit sich gegen alle Widerstände durchzusetzen ist eine Inspiration für Zuschauer überall auf der Welt“, sagt Lisa Truitt, Präsidentin des Filmverleihs.

Der Film „Wüstenblume“ ist Ende 2009 in die deutschen, österreichischen und schweizerischen Kinos gekommen und seitdem in zahlreichen weiteren Ländern erschienen, darunter Frankreich, Spanien, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Finnland, Polen, die Tschechische Republik, Brasilien, Australien, Äthiopien und Südkorea.

In den USA wird „Wüstenblume“ voraussichtlich Anfang 2011 erscheinen. Zuvor organisiert National Geographic am 30. September 2010 ein Screening in Washington, mehr Informationen dazu hier.

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Neue Informationen zum Tod des 13-jährigen FGM Opfers in Ägypten

Die Wochenzeitung A-lAhram aus Kairo hat einen weiteren interessanten Artikel über den Fall der 13-jährigen Nermine El-Haddad veröffentlicht, die kürzlich an den Folgen ihrer Genitalverstümmlung in einem ägyptischen Krankenhaus verstorben war.

Der Artikel zitiert die Gesundheitsministerin Mushira Khattab, die den Fall zur Anklage gebracht hatte nachdem ihr Ministerium von einer Ärztin des betroffenen Krankenhauses informiert worden war:
„Wir müssen die Mauer des Schweigens, die diese Thema umgibt brechen und unsere Anstrengungen erhöhen um zu verhindern, dass diese Praktik an die nächste Generation weitergegeben wird“, sagte sie. „Unser Ziel ist es, klar zu stellen, dass FGM in Ägypten nicht geduldet wird.“

Weibliche Genitalverstümmelung ist in Ägypten seit 2008 illegal. Bereits seit 2007 dürfen Ärzte und Krankenschwestern den Eingriff nicht mehr durchführen, nachdem zwei Mädchen in öffentlichen Krankenhäusern an den Folgen der Verstümmelung gestorben waren.

Trotz des Verbots wird FGM in Ägypten weiter praktiziert, vor allem in ärmeren Familien. Laut einer nationalen Statistik werden rund 80 Prozent der Mädchen, die in armen Familien geboren werden, genitalverstümmelt. In wohlhabenden, gebildeten Familien werden nur 30 Prozent der Mädchen Opfer von FGM.

„Dieser Fall zeigt deutlich, das gesetzliche Verbote allein nicht genug sind um Mädchen vor weiblicher Genitalverstümmelung zu schützen und er zeigt wieder einmal die Wichtigkeit von Bildung und Aufklärung im Kampf gegen diese schreckliche Praktik.“ – Waris Dirie

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Ärztin nach dem Tod eines 13-jährigen Bescheidungsopfers angeklagt

Kairo: Nach der tödlichen Beschneidung einer 13-Jährigen wurde eine ägyptische Ärztin festgenommen und soll nun vor Gericht gestellt werden.

Ein 13-jähriges Mädchen aus der Region Menufiya war in Folge ihrer Verstümmelung durch die Ärztin verblutet. Die Eltern des Mädchens hatten sie daraufhin heimlich beerdigt, um den Todesfall zu vertuschen.

Laut der Kairoer Tageszeitung “Al Shurouq” wurde der Fall durch eine andere Ärztin dem Familienministerium gemeldet, das daraufhin die Staatsanwaltschaft einschaltete.

In Ägypten ist FGM seit 2008 verboten. Das Gesetz sieht Gefängnisstrafen von bis zu 2 Jahren für die Durchführung einer Verstümmelung vor. Im Falle des Todes des Opfers kann die Person, die die Verstümmelung durchgeführt hat, jedoch auch wegen Todschlags verurteilt werden.

Ein Regierungsbericht von 2005 besagt, dass 90 % der Frauen in Ägypten genital verstümmelt sind. Trotz des gesetzlichen Verbots ist es sehr schwer, die Praxis auszurotten.

Quelle

Diskussion um kriminelle Einwanderer in Frankreich schließt nun auch FGM mit ein

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat mit seinen Aussagen zu jungen Kriminellen mit Migrationshintergrund für Aufsehen gesorgt. Er drohte, in Fällen von Gewalt gegen Polizisten oder Beamte mit dem Entzug der französischen Staatsbürgerschaft. Der französische Innenminister Brice Hortefeux brachte nun auch weibliche Genitalverstümmelung in die Diskussion ein. Er forderte, auch im Falle von Verbrechen, die eine Unwilligkeit zur Integration demonstrieren (wie Polygamie und weibliche Genitalverstümmelung) die französische Staatsbürgerschaft zu entziehen.

„Jemandem mit dem Entzug der Staatsbürgerschaft zu drohen ist sicher keine Antwort auf dieses Problem. Per Definition sollten alle Bürger eines Staates vor dem Gesetz gleich sein, und Menschen mit Migrationshintergrund mit einer solchen Strafe zu bedrohen ist rassistisch“, sagt Waris Dirie. „Strenge Gesetze gegen FGM sind sehr wichtig, und noch wichtiger ist es, dass diese Gesetze auch durchgesetzt werden. Aber FGM sollte niemals instrumentalisiert werden um Immigranten zu stigmatisieren. Ich unterstütze harte Strafen gegen die, die FGM praktizieren, aber dies ist nicht der richtige Weg“.

Mehr dazu hier.

FGM verantwortlich für hohe Müttersterblichkeit in Afrika

Die Afrikanische Union hat ihr Engagement im Kampf gegen die hohe Muttersterblichkeit in Afrika im Rahmen ihrer Vollversammlung in Kampala / Uganda vom 19. bis 27. Juli 2010 bekräftigt, und die Wichtigkeit der Umsetzung des Maputo Protokolls, welches sich mit Familienplanung und sexueller Gesundheit und Vorsorge für Frauen beschäftigt, betont. Die Afrikanische Union startete außerdem das sogenannte CARMMA Projekt (Campaign on Accelerated Reduction of Maternal Mortality in Africa – Kampagne zur schnelleren Reduzierung der Müttersterblichkeit in Afrika).

Trotz der bisherigen Bemühungen, die Millennium Entwicklungsziele 4, 5 und 6 zu erfüllen, welche sich auf die Gesundheit von Müttern und Kindern beziehen, ist die hohe Sterblichkeit bei der Geburt weiterhin ein großes Problem, vor allem im südlichen Afrika. Die große Mehrheit der etwa 500,000 Frauen, die jährlich bei oder an den Folgen von Komplikationen der Geburt sterben, sind afrikanische Frauen (mehr Informationen dazu hier).

Weibliche Genitalverstümmelung ist einer der Hauptursachen für Komplikationen bei der Geburt. Das Risiko, sowohl für die Mutter als auch für das zu gebärende Kind, während der Geburt zu sterben ist bei einer genitalverstümmelten Frau um ein vielfaches höher als bei einer nichtverstümmelten Frau. Trotzdem wird FGM in vielen Aussagen zu Müttersterblichkeit in Afrika ausgeklammert.

„Es ist sehr wichtig, diesen Aspekt nicht zu ignorieren wenn wir über das Problem der hohen Müttersterblichkeit in Afrika sprechen. Genitalverstümmelte Frauen haben ein sehr viel höheres Risiko für schwere Komplikationen während der Geburt als Frauen, die nicht verstümmelt sind. Strenge Gesetze gegen FGM und Aufklärung über die Gefahren sind ein wichtiger Aspekt im Kampf gegen die hohe Müttersterblichkeit in Afrika und sollten Teil jedes Programmes zur Förderung von Frauengesundheit und Familienplanung sein.“ – Waris Dirie

USA verschärft Gesetze gegen FGM

Jedes Jahr in den Ferien werden viele Mädchen, die in den USA, in Kanada und in Europa leben, außer Landes gebracht und genitalverstümmelt. In allen Ländern wissen die Behörden davon. In den USA ist dies möglich, obwohl weibliche Genitalverstümmelung seit dem Jahr 1996 verboten ist! Das US-Gesetz gegen Genitalverstümmelung (Criminalization of Female Genital Mutilation Act), das von US-Senator Harry Reid initiiert wurde, sagt, dass jedem, der ein Kind genital verstümmelt, bis zu fünf Jahren Haft drohen. Aber es gibt eine Gesetzeslücke: Es ist nicht verboten, dass die Mädchen beispielsweise nach Afrika gebracht werden, um dort genital verstümmelt zu werden.


Daran könnte sich aber sehr bald etwas ändern, denn die beiden US-Kongressabgeordneten Joseph Crowley (New York) und Mary Bono Mack (Kalifornien) haben nun einen Gesetzesantrag (The Girls Protection Act of 2010) im amerikanischen Kongress darauf gestellt, dass Genitalverstümmelung, die im Ausland geschieht, ebenso verboten ist. Sie wollten dem Beispiel der europäischen Länder folgen, die schon seit mehreren Jahren Genitalverstümmelung im Ausland gesetzlich verbieten. Wird dieses Gesetz beschlossen, dann konnte wieder ein wichtiger Schritt im Kampf gegen das grausame Verbrechen FGM getan werden! Wichtig ist es aber auch, dass die Gesetze kontrolliert werden. Dies ist aber nur möglich, wenn man dem Beispiel Frankreich folgt und verpflichtende Kontrolluntersuchungen für die minderjährigen Mädchen vorschreibt. Ansonsten wird sich nichts ändern.


1997 wurde aber auch ein weiteres Gesetz in den USA beschlossen. Die Weltbank und ähnliche Finanzinstitute dürfen keine Kredite an Länder vergeben, in denen FGM verbreitet ist und die keine Aufklärungsprogramme gegen FGM umsetzen. Obwohl das Gesetz seit 1997 in Kraft ist, ist diese Umsetzung bisher gänzlich ausgeblieben.


Waris Dirie:

„Ich erwarte mir, dass Gesetze, die beschlossen werden, auch umgesetzt werden. Damit würden wir einen großen Schritt im Kampf gegen dieses abscheuliche Verbrechen machen.“

Afrikanische Union ernennt Waris Dirie zur Botschafterin für Frieden und Sicherheit in Afrika

Waris Dirie wurde im Rahmen eines Peace & Security Gipfels der Afrikanischen Union vom Vorsitzenden Jean Ping zur Botschafterin für Frieden und Sicherheit in Afrika ernannt. 2010 ist das Jahr für Frieden und Sicherheit in Afrika, der 21. September 2010 ist der Afrikanische Friedenstag.

Waris und der Vorsitzende der Afrikanischen Union, Jean Ping, am 16. Juni 2010

Waris und der Vorsitzende der Afrikanischen Union, Jean Ping, am 16. Juni 2010

Waris Dirie: „Ich fühle mich sehr geehrt, dass meine afrikanischen Brüder und Schwestern mich mit dieser Position auszeichnen. Diese Auszeichnung ist für mich aber auch eine große Verpflichtung. Ich komme aus einem afrikanischen Land, Somalia, das seit 20 Jahren vom schlimmsten Bürgerkrieg betroffen ist und das keine Ruhe findet. Ich will mit meiner neuen Position dazu beitragen, dass ein Friedensprozess in Somalia eingeleitet wird und arbeite bereits an einem Projekt dafür, das ich im September vorstellen werde.

Es gibt aber noch einen anderen, viel größeren Krieg in Afrika, und das ist ein Krieg gegen die Frauen Afrikas. Der Name dieses Krieges lautet „weibliche Genitalverstümmelung“ und jedes Jahr fallen ihm Millionen Mädchen zum Opfer. Mehr als 150 Millionen Frauen sind durch diesen sinnlosen Krieg traumatisiert und leiden ein Leben lang an den Folgen. Deshalb fordere ich von den afrikanischen Staaten und von allen Menschen in Afrika, diesen Krieg zu beenden. Meinen Beitrag dazu will und werde ich leisten.

Bei unserem ersten Treffen in Addis Abeba am 16. Juli habe ich gespürt, dass es eine Aufbruchsstimmung in Afrika gibt und die gilt es jetzt zu nutzen, damit sich dieser wunderschöne Kontinent endlich voll entfalten kann.“

Waris Dirie ist auf Cover der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “New African Woman”

Waris Dirie ist auf dem Cover der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “New African Woman”. Das Interview könnt ihr hier lesen.

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“Ich bin so glücklich darüber, auf dem Cover des New African Woman Magazins zu sein und meine Geschichte und meinen Kampf einer so großen Gruppe afrikanischer Frauen präsentieren zu können. Diese Coverstory bedeutet mir mehr als jedes Modemagazin weil es meine Message zu den Frauen bringt, für die ich kämpfe!” – Waris Dirie

Schwarze Frau,
weißes Land

Schwarze Frau, weißes Land

Seit dem 05. Mai ist Waris Diries neues Buch "Schwarze Frau, weißes Land" in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich
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Waris Diries Bücher

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Ihre Bücher Wüstenblume, Nomadentochter, Schmerzenskinder und Brief an meine Mutter wurden internationale Bestseller. Momentan arbeitet Waris an einem neuen Buch, das 2010 erscheinen wird.
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