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Daten und Fakten

FGM in Europa: Daten und Fakten

  • Bis zu 500.000 Mädchen und Frauen sind in der Europäischen Union von FGM betroffen oder bedroht. Darunter: 75.000 in Großbritannien, 65.000 in Frankreich, 30.000 in Deutschland.
    Die Opfer sind Migrantinnen, deren Familien diese Praktik im Zuge ihrer Einwanderung mit nach Europa gebracht haben.
  • Zwar ist FGM in den meisten europäischen Staaten direkt oder indirekt verboten. Die Gesetze sind aber meist lückenhaft und werden nicht angewandt. Das einzige Land, in dem es je eine Verurteilung wegen weiblicher Genitalverstümmelung gegeben hat, ist Frankreich.
  • Die meisten europäischen Staaten leisten kaum Präventions- und Ermittlungsarbeit.
    Effektive grenzüberschreitende Arbeit gegen weibliche Genitalverstümmelung findet nicht statt. Die Bemühungen spielen sich innerhalb der einzelnen Landesgrenzen ab - und sind sehr unterschiedlich. FGM wird noch nicht als europäisches Problem gesehen.
  • Der Umgang mit den Opfern von Seiten des Gesundheitswesens und der Behörden ist meist unzureichend. Es herrscht eine große Unwissenheit zu diesem Thema.
  • In kaum einem europäischen Staat ist FGM fester Bestandteil in der Ausbildung von Ärzten/innen, Hebammen und Sozialarbeitern/innen.
  • In keinem europäischen Staat ist eine drohende Genitalverstümmelung explizit als Asylgrund anerkannt.

Weibliche Genitalverstümmelung kommt vor allem in Afrika vor, besonders in Nordost-, Ost- und Westafrika. Es gibt sie aber auch im Nahen Osten, in Südostasien - und unter Einwanderern in Europa. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 150 Millionen Frauen weltweit davon betroffen, jährlich werden zwei Millionen weiterer Mädchen Opfer der Verstümmelung. In Europa leben 500 000 verstümmelte oder von FGM bedrohte Mädchen und Frauen.

Welche Folgen hat FGM?

Weibliche Genitalverstümmelung hat gravierende gesundheitliche (physische und psychische!) Auswirkungen. Unmittelbar nach dem Eingriff kann es zu schweren Blutungen, Entzündungen, Tetanus, Blasenlähmung oder Blutvergiftung kommen - Folgen, die nicht selten tödlich enden. Auch HIV/AIDS kann über nicht gereinigte Instrumente übertragen werden.

Neben dem psychischen Trauma, das der Eingriff hinterlässt, und dem Verlust sexueller Empfindung klagen die Opfer langfristig oft über Schmerzen beim Urinieren und während der Menstruation. Das Sitzen oder Gehen kann durch das Scheuern der Kleidung an den Narben oder auftretende Druckstellen zur Qual werden. Zysten, Abszesse, Infektionen der Blase und Inkontinenz können auftreten. Auch Unfruchtbarkeit gehört zu den möglichen Langzeitfolgen. Der Geschlechtsverkehr wird häufig als schmerzhaft empfunden.

Bei der Geburt eines Kindes kann es zu verstärkten Blutungen und Geweberissen kommen. Die Geburt kann länger dauern als üblich, Kaiserschnitte sind häufig.

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